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Das Leben von

Michel Siffre

Michel Siffre ist ein Spezialist der Chronobiologie, dem Studium der inneren menschlichen Zeitbestimmung.

  • Im Jahr 1962 blieb er zwei Monate lang im Abgrund vom Scarrasson (Südalpen) und verbrachte so 61 Tage ohne jeglichen zeitlichen Anhaltspunkt auf einem unterirdischen Gletscher. Als er am 17. September wieder herausging, meinte er am 20. August zu sein.
  • Im Jahre 1972 überwachte der Höhlenforscher verschiedene ähnliche Experimente, bevor er wieder in den Abgrund von Midnight Cave hinunterstieg, wo er, in Zusammenarbeit mit dem Raumfahrtzentrum Lyndon Johnson Space Center von Houston (NASA), 205 Tage lang blieb. "Da mein Gehirn das erste Experiment im Gedächtnis behalten hatte, vollzog es automatische Berichtigungen. Trotzdem unterlief mir ein Irrtum von zwei Monaten... Wir haben viel zu der Chronobiologie beigetragen. Ich habe aber nicht nur den menschlichen Rhythmus ohne Zeitangabe studiert, sondern auch den Schlaf mit Hilfe von Elektroenzephalogrammen."
  • Am 30. November 1999 stieg Michel Siffre, - mit 60 Jahren ein Veteran der wissenschaftlichen französischen Speläologie -, ohne zeitliche Anhaltspunkte in die Höhle von Clamouse hinunter. So rutschte er wortwörtlich im Dunkeln ins Jahr 2000. Am Ende vom Engpass der Höhle von Clamouse konnte der Sechzigjährige seine Experimente fortsetzen und sich mit Hilfe seiner langjährigen Erfahrung und den modernsten technischen Hilfsmitteln, einer Reihe ausführlicher Testverfahren unterziehen. Alle Messungen bezüglich seiner Gesundheit wurden außerhalb der Höhle dank eines von Thomson entwickelten EDV-Systems (ohne jegliche Zeitangaben) ständig überwacht. Er konnte so den Einfluss des Alterns auf die Reaktionen des Körpers ohne jegliche Zeitmessung studieren. Am 14. Februar 2000 verließ er die Höhle wieder. Ziel dieses Experimentes war es, den Einfluss des Alterungsprozesses auf den zirkadianen Rhythmus der Schlaf- und Wachphasen (24-Stunden-Ablauf) zu beobachten.


3. Januar 1939 Geburt von Michel Siffre in Nizza
1949 Erste Höhlenexpedition
1956 Zusammentreffen mit Jacques Boucart, Geomorphologie-Professor an der wissenschaftlichen Fakultät in Paris und Mitglied des akademisch-wissenschaftlichen Instituts. Beginn einer detaillierten wissenschaftlichen Ausbildung mit den Schwerpunkten Stratigraphie und marine Sedimentologie.
1956-1963 Vorstellung zahlreicher Anmerkungen und Publikationen bei der französischen Gesellschaft für Geologie, in den Annalen der Höhlenforschung vom CNRS (Staatliches Zentrum für wissenschaftliche Forschung) wie auch in der Akademie der Wissenschaften.
1960 Abschluss (mit Auszeichnung) seines Hochschulstudiums in Geologie an der Sorbonne. Er wird auch einer der ersten Preisträger der von Marcel Bleustein-Blanchet gegründeten Stiftung "Fondation de la vocation".
16. Juli - 17. September 1962 Erstes Experiment ohne zeitliche Anhaltspunkte auf dem unterirdischen Gletscher in Scarrasson (Südalpen), in 110 m Tiefe. Darlegung des Unterschieds zwischen der spontanen Dauer des Wach-/Schlafzyklus (24 Stunden 30 Minuten) und des zirkadianen Zyklus (24-Stunden-Rhythmus).
14. Februar - 5. September 1972 Experiment von 205 Tagen in Midnight Cave (Texas) in Kollaboration mit dem Lyndon Johnson Space Center in Houston (NASA). Während der Quarantäne, Experiment mit der für die Mission "Appolo 16" verwendeten Nahrung.
1974-1980 Buchveröffentlichungen und Vorträge. 6 Expeditionen in die tropischen Regenwälder von Petén (Guatemala). Entdeckung von mindestens 5 000 Jahre alten, auf Stalagmiten geschnitzten Skulpturen, die somit älter sind als die mesoamerikanischen Hochkulturen der Maya und Olmeken.
1988 Experiment von Véronique le Guen im Departement Aveyron.









Die Höhle von Clamouse

tél. : +33(0)4 67 57 71 05 fax : +33(0)4 67 57 78 00

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